Muskeln und ihre Funktion

Was wären wir nur ohne unsere Muskeln? Ein instabiles und bewegungsunfähiges Individuum, das nicht überleben könnte!

Bei jeder Bewegung eines Menschen, sei es ein Augenzucken oder das Aufheben eines Stiftes, benutzen wir Muskeln. Aber welche Funktion haben eigentlich Muskeln und wie funktionieren sie?

Der Begriff Muskel stammt ursprünglich aus dem Lateinischen („musculus“) und bedeutet „Mäuschen“. Die Erklärung dafür ist eigentlich ganz simpel: Schaut euch euren Bizeps an, wenn ihr euren Ellenbogen beugt und streckt. Es sieht so aus, als würde eine Maus im Oberarm hin- und herlaufen.

Ein Muskel besitzt im Grunde nur eine einzige aktive Funktion: kontrahieren = sich zusammenziehen. Wenn der Muskel sich wieder verlängert, ist das keine Eigenarbeit dieses Muskels, sondern die Leistung seines Gegenspielers (Antagonist). Diesen Mechanismus nennt man daher auch Antagonismus.

Um eine Kontraktion auszuführen, braucht der Muskel zunächst ein Signal. Das kommt von unserem Gehirn, das über das zentrale Nervensystem und über Synapsen den Befehl an den Muskel gibt, sich zusammenzuziehen.

Die Energie für das Kontrahieren des Muskels wird durch Adenosintriphosphat und Calcium geliefert.

Jeder Muskel setzt an mindestens zwei Stellen des zu bewegenden Körperteils an. Zum Beispiel hat der Bizepsmuskel den Ansatzpunkt am Unterarm und entspringt in der Schulter. Wenn der Bizepsmuskel sich jetzt zusammenzieht, bewegen sich die beiden Ansatzpunkte aufeinander zu.

In unserem gesamten Körper befinden sich in etwa 600 Skelettmuskeln. Der Größte davon ist der Gesäßmuskel. Insgesamt macht die Muskelmasse ca. 45% unseres gesamten Körpergewichts aus.

Der Aufbau eines Muskels sieht folgendermaßen aus:

Ein Muskel besteht aus vielen Faserbündeln, die wiederrum viele Muskelfasern besitzen. Unter dem Mikroskop erkennt man, dass die Muskelfasern kleine Sarkomere besitzen; das sind kleine, aneinandergereihte Zellen, die Aktin- und Myosinfilamente besitzen. Aktinfilamente sind statische Proteine, die in die Myosinfilamente ragen und beim Umklappen der Myosinköpfchen (von 90 Grad zu 45 Grad) zusammengeschoben werden. Wenn dies viele tausende Male passiert, zieht sich der Muskel sichtbar zusammen.

Will der Muskel sich entspannen, lösen sich die Myosinköpfchen von den Aktinfilamenten und der Antagonist übernimmt die Arbeit.

Die Funktionen des Muskels sind vielfältig. Zum Einen sind die Muskeln natürlich dafür da, eine Bewegung auszuführen. Zum Anderen unterstützt die Muskulatur auch unser Herz bei der Zirkulation des Blutes. Durch die Kontraktion der Muskeln entsteht in den kleinen Muskeladern Druck, durch den das Blut wieder zum Herzen gepresst wird. Fehlen diese Bewegungen, nutzt man Hilfsmittel (z.B. Thrombosestrümpfe), um diese Bewegungen zu kompensieren.

Außerdem ist natürlich auch das Herz selbst ein Muskel. Dieser Hohlmuskel wird automatisch und ohne Bewusstsein gesteuert. Das Herz gilt nicht als Skelettmuskel.

Andere unbewusst gesteuerte Muskeln sind zum Beispiel die Darmmuskulatur. Man nennt diese auch glatte Muskulatur. Im Gegensatz dazu nennt man die Skelettmuskulatur quergestreifte Muskulatur.

Welche Muskulatur benötigt man eigentlich beim Atmen? Die Antwort ist einfach. Da die Lunge keine eigene Atemmuskulatur besitzt, trägt fast jede Muskelgruppe des Rumpfes dazu bei, dass ein Mensch atmen kann. Man nennt diese Muskelgruppen Atemhilfsmuskulatur.

Die Muskeln halten außerdem die Stabilität im Körper aufrecht. Sie umschließen sowohl die Wirbelsäule als auch die meisten Knochen, sodass sie vor Verletzungen geschützt sind.

Wie man sieht, haben Muskeln ganz vielfältige Funktionen, Muskeln halten uns am Leben. Sie geben uns Schutz, unterstützen Herz und Atmung und sorgen für die nötige Stabilität unseres Körpers.

Aus diesen Gründen sollte man auch niemals Muskeln vernachlässigen. Wer seinen Muskeln etwas Gutes tut, unterstützt seinen Körper und damit seine Gesundheit. Leider merken wir dies häufig erst dann, wenn etwas mal nicht so gut läuft.

Also merkt euch: Muskeln sind nicht nur da, um sie einmal in der Woche im Fitnessstudio zu spüren, sondern um sie regelmäßig zu bewegen. Sie tun das gleich für uns!

 

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